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Volker Friebel

Nord-China
Eine Rundreise
Fotos und Texte

 

Sonderausgabe Teil 1

 

Klicks auf die Unterschriften der Fotos führen zu größeren Versionen der Bilder (1200x900 Pixel).

 

 

Abfahrt und Ankunft

 

Reif am Bogen
der Brücke. Zwei Schwäne fliegen
der Sonne zu.

Am Abend werden wir selber fliegen, über das Land und das Meer.

    Tübingen, Neckarweg Lustnau

 

Frankfurter Flughafen. Kinder spielen mit Luftballons. Eine fröhliche Abendstimmung muntert auch mich Morgenmenschen auf – obwohl gerade die Durchsage kam, dass unsere Maschine verspätet gelandet ist, sich damit Einstieg und Abflug eine halbe Stunde verzögern. Vielleicht kommt die Heiterkeit von den vielen Chinesen, die ersichtlich froh sind, bald in die Heimat zu kommen. Oder ist es ihre wache, singende Sprache? Dem Alter nach schätze ich: Studenten. Wir alle wollen nach Beijing.

Der Chinese, der sich neben mich gesetzt hat, ist jedenfalls ein Student. Er ist eingeschlafen, sein Mobiltelefon liegt in der offenen Handfläche. Als er erwacht, kontrolliert er sofort, ob eine Nachricht kam. Wir warten weiter.

Ich versuche, mich zu erinnern, wieso wir hier sind.

Hu Hsiang-fan, der Veranstalter unserer Reise, ist eine alte Bekanntschaft. Er leitet unter anderem ein Tai-Chi-Zentrum und gibt Tee-Seminare. Einem Stuttgarter Verlag hatte er vor Jahren eine CD angeboten, als Ergänzung zu seinem Teebuch. Der Verlag wollte die CD neu produzieren, aber zum Tee das Thema „Entspannung“ einbinden. Ich hatte damals bei diesem Verlag einige Entspannungs-Bücher herausgegeben und wurde gebeten, für die CD einen Rahmen zu schreiben. Eine heikle Aufgabe – aber durch die Gelegenheit zur tieferen Beschäftigung mit den alten Gedichten und Geschichten aus dem „Reich der Mitte“, die mich schon immer fasziniert haben, auch sehr reizvoll. So trafen wir uns einige Male in der „Bambusbrücke“ in Stuttgart und konzipierten dieses Projekt.

Seit einiger Zeit bietet Hu Hsiang-fan Reisen nach China an, allerdings selten, vor allem für Tai-Chi-Schüler und Bekanntschaften aus Tee-Seminaren. Auch mich hat er freundlicherweise für diese Reise angeschrieben. An der besonderen Gelegenheit, mit jemandem durch China zu reisen, der dort geboren und aufgewachsen ist, dessen tiefe Kenntnisse von Kultur, Literatur und Philosophie mich wiederholt beeindruckt haben, ist auch Elisabeth interessiert. Und heißt es nicht, China wäre die Zukunft der Welt? Da muss man doch hin!

So sitze ich hier und sinne ins Plärren der Flughafen-Lautsprecher.

 

China ist groß. Dort leben mit 1,34 Milliarden mehr Menschen als in Nordamerika und Europa zusammen. Seine Fläche ist größer als die USA und fast so groß wie Europa. Wir besuchen kulturelle Stätten Nord-Chinas und bewegen uns durch einen kleinen Teil dieses Riesenreichs. Ich gehe die wichtigsten Stationen unserer Rundreise durch.

Nach dem Flug durch die Nacht mittags Ankunft in Beijing. Gleich zum Himmelstempel.

Zur chinesischen Mauer.

Nach Datong, Besuch des Hängenden Tempels, der Holzpagode und der Yungang-Grotten.

Über den Foguang- und den Nanchan-Tempel nach Taiyuan.

Über den Jinci-Tempel nach Pingyao.

Der Hukou-Wasserfall des Gelben Flusses.

Eine lange Fahrt nach Xi'an, Besichtigung der Stadt sowie der Terrakotta-Armee am Grabhügel des ersten Kaisers.

Der Yongle-Tempel.

Luoyang mit den nahen Longmen-Grotten.

Besuch einer Shaolin-Schule in Dengfeng.

Der Zhongyue-Tempel im Songshan-Gebirge.

Qufu, die Heimatstadt des Konfuzius.

Tai'an, mit einem Besuch des Tai-Bergs und des Tempels Dai Miao.

Der Lingyan-Tempel.

Jinan. Von dort eine lange Zugfahrt nach Beijing.

Zurück in der Hauptstadt der Lama-Tempel, der Platz des Himmlischen Friedens, die Verbotene Stadt.

In zweieinhalb Wochen wollen wir wieder in Frankfurt landen.

 

Jeder Reisetag bildet ein Kapitel im Buch. Sachinformationen, Fotos und Notizen dichterischer Art von unterwegs, meist in Form von Haiku, wechseln einander ab.

 

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  1 Beijing
  2 Badeling (Große Mauer)
  3 Datong
  4 Hängender Tempel
  5 Holzpagode
  6 Yungang-Grotten
  7 Foguang-Tempel
  8 Nanchan-Tempel
  9 Taiyuan, mit Jinci-Tempel
10 Pingyao
11 Wang Familienanlage
12 Hukou-Wasserfall des Gelben Flusses
13 Dangjia cun
14 Xi'an, Terrakotta-Armee am Grabhügel des ersten Kaisers
15 Yongle-Tempel im Kreis Ruicheng
16 Luoyang mit Longmen-Grotten
17 Dengfeng am Songshan-Gebirge, mit Shaolin-Schule und Zhongyue-Tempel
18 Kaifeng
19 Qufu
20 Tai'an, Tai-Berg
21 Lingyan-Tempel
22 Jinan

 

 

Tag 1 – Beijing

 

Die Kernstadt von Beijing hat etwa 7,7 Millionen Einwohner, der Ballungsraum 11,8 Millionen, das Verwaltungsgebiet, das etwa so groß wie Thüringen und über weite Flächen ländlich geprägt ist, 20,69 Millionen (Stand 2012). „Beijing“ bedeutet „nördliche Hauptstadt“. Die Stadt liegt in der vom Gelben Fluss aufgeschwemmten nordchinesischen Ebene in gemäßigtem kontinentalem Klima. Sie hat zahlreiche Umweltprobleme, der starke und häufige Smog ist das auffälligste davon. Tausend Jahre vor unserer Zeitrechnung wurde die Stadt erstmals urkundlich erwähnt. Beijing war schon in früherer Zeit Hauptstadt mehrerer Teilreiche oder ganz Chinas.

 

Die große Stadt präsentiert sich bei der Ankunft kalt, trüb und sehr dunstig. Mit dem Bus fahren wir an den einfachen Häusern des alten Zentrums vorbei, die Privatleuten gehören, vererbbar, während sonst der Staat 70 Jahre nach Kauf Grund und Immobilien zurückfordert.

In Beijing wird viel gehupt, schon einfach als Hinweis, dass man kommt. Hu Hsiang-fan meint allerdings: Nicht auf dem Land, Hupen ist eine Art Statussignal für Städter.

Fußgänger und Radfahrer müssen sehen, wo sie bleiben. Fußgängergrün wird von den Autos kaum beachtet.

Die Beschilderung in lateinischer Schrift reicht uns zur groben Orientierung aus.

Die ganze Reise über werden der Veranstalter Hu Hsiang-fan und seine Tochter bei uns sein. Sie übersetzen uns die Ausführungen der alle paar Tage wechselnden örtlichen Reiseleiter.

 

Einmal jährlich beteten im Himmelstempel die Kaiser der Ming-Dynastie (die Jahre 1368 bis 1644 nach unserer Zeitrechnung) und der Qing-Dynastie (die Jahre 1644 bis 1912) um eine reiche Ernte. Die Tempelanlage liegt im Süden Beijings. Wichtigstes Gebäude ist die Halle der Ernteopfer, auch Halle des Erntegebets genannt. Sie wurde im Jahre 1420 errichtet und nach einem Brand 1890 wieder neu hergestellt.

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Halle der Ernteopfer, Himmelstempel, Beijing

 

Wir essen an zwei Rundtischen im ersten Stock eines Lokals. Solche Rundtische für etwa zehn Personen mit einer drehbaren Platte in der Mitte, auf der nach und nach die Speisen aufgetragen werden, treffen wir die ganze Reise über an.

Peking-Ente wird aufgetischt. Sie ist gut. Aber die Portionen sind klein. Die Regierung hat vor kurzem eine Kampagne gegen Verschwendung gestartet. Wir bestellen nach.

 

 

Tag 2 – Beijing, Große Mauer

 

Die Große Mauer sollte das chinesische Reich vor nomadischen Reitervölkern aus dem Norden schützen. Begonnen wurde sie 700 Jahre vor unserer Zeitrechnung. Sie ist etwa 21.000 Kilometer lang – allerdings nicht als geschlossener Wall, sondern als eine große Anzahl einzelner Verteidigungsanlagen, die je nach Bedarf im Laufe der Jahrtausende errichtet wurden. Die Länge der Hauptmauer beträgt etwa 2.400 Kilometer. Der letzte große Ausbau der Anlagen fand während der Ming-Dynastie statt (die Jahre 1368 bis 1644 nach unserer Zeitrechnung).

Die Große Mauer ist das größte Bauwerk der Welt. Allerdings ist sie in schlechtem Zustand, stellenweise existieren nur noch die Fundamente. Wenige Abschnitte sind restauriert und können von Touristen besucht werden. Der bekannteste touristisch erschlossene Teil der Mauer liegt 70 Kilometer nordwestlich von Beijing bei Badaling. Dort fahren wir hin.

 

Beijing.
Im knospenden Baum verfangen
ein Drachen.

 

Schneereste.
An der Großen Mauer glänzt
ein Sonnenkollektor.

 

Ringsum wilde Berge.
Auf der Großen Mauer,
welch ein Gedränge!

    bei Beijing, auf der Großen Mauer bei Badaling, vormittags

 

Die meisten Besucher der großen Mauer sind Chinesen, jung, heiter, unbekümmert. Wir hören, ein Besuch der großen Mauer sei Ziel jedes Chinesen. Der Stolz auf die Kultur der Vergangenheit ist groß. Das wird uns überall begegnen: Alle Kulturdenkmäler unserer Reise sind sehr gut besucht. Und die weitaus meisten Besucher sind junge Chinesen.

Der Mauerabschnitt, den wir besichtigen, zieht sich die Berge hoch. Die Stufen der Mauer sind unregelmäßig, manchmal sehr steil. Schneereste liegen. Es ist dunstig-blau und kalt, wir sind hier etwa 1.400 Meter hoch.

 

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Große Mauer bei Badaling

 

Unser Reisebus fährt weiter von Beijing nach Datong durch die Provinz Shanxi – eine sehr trockene Provinz; manchmal regnet es nur zweimal im Jahr. Die Regierung hat die Förderung der Landwirtschaft deshalb aufgegeben und setzt nun auf Tourismus. Vor allem ist dies aber das Kohlerevier Chinas.

Kohle wird hier seit 5.000 Jahren verwendet – anfangs nur als Rohstoff für Schmuckgegenstände und ähnliches. Erst nach tausend Jahren findet sich die Verwendung als Brennmaterial. Da wird wohl jemand ein paar alte Statuen „entsorgt“ und sich über das schöne Feuer gefreut haben. Die Kohlelager sollen noch 40 Jahre reichen, sie liefern ein Drittel des chinesischen Bedarfs.

 

Auf stehendem Wasser
Abendlicht. Am Horizont raucht
ein Kohlekraftwerk.

    Busfahrt Beijing – Datong, abends

 

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Sonnenuntergang Busfahrt Beijing - Datong

 

 

Tag 3 – Datong, Hängender Tempel, Holzpagode, Yungang-Grotten

 

Morgen in einem Hotelzimmer in Datong

Durch Dunst erscheint die Sonne
in den Fenstern eines Hochhauses.
Autos hupen. Der Morgenverkehr strömt
durch die Adern der Kohlestadt.
Weckanruf des Hotels.
Es ist 6:30 Uhr.
Hier wird gearbeitet.

 

Datong wurde in der Han-Dynastie (die Jahre 206 vor bis 220 nach unserer Zeitrechnung) gegründet. Die Stadt hat heute etwa 1,4 Millionen Einwohner. Sie liegt etwa 300 Kilometer westlich von Beijing und ist Hauptstadt der Provinz Shanxi. Kohlereviere vereinnahmen 37% der Fläche Shanxis. Es ist das Ruhrgebiet Chinas. Ein Ruhrgebiet kurz nach seiner intensivsten Förderphase. Die Stadt Datong ist eines der wichtigsten Zentren des Kohlebergbaus.

Wegen des Niedergangs der Landwirtschaft und auch des Bergbaus – China möchte die Luftverschmutzung reduzieren und setzt verstärkt auf alternative Energie –, versucht die Stadt ein gewaltiges Touristik-Experiment: Die ganze Innenstadt wird im Stil der Ming-Zeit neu errichtet, umschlossen von einer gewaltigen Stadtmauer. Während unseres Besuchs sind die Bauarbeiten in vollem Gang. Das Projekt mutet völlig verrückt an. Ich mag solche Verrücktheiten. Wahrscheinlich mag sie jeder. Solange sie gelingen.

 

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Busfahrt in Datong

 

Die Neun-Drachen-Wand von Datong muss nicht neu erbaut werden, das geschah schon im Jahre 1392. Sie besteht aus 426 Kacheln, ist 8 Meter hoch und 45 Meter lang.

Die neun auf den Kacheln abgebildeten Drachen sollten einen Kaiserpalast der Ming-Zeit bewachen. Das scheint ihnen nicht gelungen, denn der Palast existiert nicht mehr. Die Menschen besuchen die Drachenwand trotzdem.

 

Neun-Drachen-Wand –
aus blauen Ziegeln dünstet
Zeit.

    Datong, an der Neun-Drachen-Wand, morgens

 

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Ein Drache der Neun-Drachen-Wand in Datong

 

Der Hängende Tempel wurde im 6. Jahrhundert unserer Zeitrechnung 30 Meter über dem Grund in eine Steilwand des Heng Shan („Nordgebirge“) gebaut, einem der fünf heiligen Berge des Daoismus.

Der Tempel liegt etwa 75 Kilometer von Datong entfernt. Er ist aus Holz und scheint von Stangen abgestützt. Aber das ist ein Trugschluss: Nach daoistischer Vorgabe dürfen die Stangen nämlich weder die Erde noch den Fels berühren. Sie hängen in der Luft. Die tragenden Balken sind direkt in den Fels gebaut und nicht sichtbar.

Ursprünglich wurde der Tempel von Daoisten erbaut, heute teilen sich hier Altäre und Statuen sowohl des Daoismus als auch des Chan-Buddhismus und des Konfuzianismus den engen Raum.

 

Hängendes Kloster –
eine Chinesin unter Touristen
verneigt sich.

    Hängender Tempel bei Datong, vormittags

 

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Hängendes Kloster bei Hunyuan, Shanxi

 

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LeiYin-Halle im Hängenden Kloster bei Hunyuan, Shanxi

 

Die Holzpagode im Kreis Yingxian (auch als „Shakyamuni-Pagode des Buddhapalast-Tempels“ bezeichnet) ist die größte und älteste erhalten gebliebene Holzpagode Chinas. Erbaut wurde sie ab dem Jahr 1056 unserer Zeitrechnung für die Mutter des damaligen Kaisers. Sie ist achteckig und bis auf die eiserne Spitze ganz aus Holz, mit Zapfenverbindungen. Die Pagode ist bei einem Durchmesser von 30 Metern etwa 67 Meter hoch und hat neun Etagen – von außen sind allerdings nicht alle erkennbar. Ihre nachgiebige Holzkonstruktion und die Eisenspitze haben sie durch die Jahrhunderte sicher vor Erdbeben und Blitzschlägen gehalten. Erst buddhistisch, wurde sie später zum Wachtturm. Aus Sicherheitsgründen ist heute nur das Erdgeschoss geöffnet. Im Jahr 1970 wurden in der Pagode angebliche Zähne des Buddha gefunden.

 

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Holzpagode im Kreis Yingxian, Shanxi

 

Die Yungang-Grotten, übersetzt Wolkengrat-Felshöhlen, liegen 16 Kilometer westlich von Datong. Es sind Felsentempel, die etwa zwischen den Jahren 460 und 525 nach unserer Zeitrechnung, also während einer sehr frühen Phase des Buddhismus in China, aus dem Sandstein am Shili-Fluss gehauen wurden. Insgesamt gibt es 252 große und kleine Höhlen mit etwa 51.000 Buddha-Statuen.

Die neue Dynastie der Nördlichen Wei (sie herrschte zwischen den Jahren 385 und 535 nach unserer Zeitrechnung), gegründet von einem „Barbarenvolk“ aus dem Norden, förderte damit den Buddhismus erheblich. Zur Legitimierung ihrer Herrschaft hatten sich die neuen Herren zuerst an daoistische Priester gewandt. Aber die wollten sie nicht anerkennen. So wandten sie sich, erfolgreich, an die konkurrierenden Buddhisten.

Die Verlegung der Hauptstadt von Datong nach Luoyang im Jahre 494 brachte die staatliche Förderung zum Erliegen, private Förderer bauten die Grotten aber noch Jahrzehnte weiter aus.

Die meisten Statuen sind sehr klein, fünf sind gewaltig, diese „Buddhas“ tragen die Gesichtszüge von Herrschern der Dynastie. Der Stil der Skulpturen ist noch deutlich indisch geprägt.

 

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Grotte 20 der Yungang-Grotten bei Datong

 

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Buddha in Grotte 20 der Yungang-Grotten bei Datong

 

Buddha-Grotten.
Im kalten Abendlicht
tränende Augen.

    Datong, Yungang-Grotten, abends

 

Von den Grotten fahren wir kurz nach Schließzeit mit zwei Elektrowagen zum Ausgang. Während der Rückfahrt im Reisebus dann Bestürzung: Ein Mann vermisst zwei Kameras. Der Fahrer wendet sofort, wir brausen zu den Grotten zurück. Aber niemand ist mehr da.

Beim Einsteigen waren einige Souvenirverkäuferinnen am Bus, so erinnern wir uns. Die werden nun verdächtigt. Nach einigem Telefonieren ergibt sich aber, dass die Kameras in einem Elektrowagen liegengeblieben sind. Beide wurden abgegeben! Bald hat der Besitzer sie wieder.

 

 

Tag 4 – Datong, Foguang-Tempel, Nanchan-Tempel

 

Unser Bus fährt durch ein Land, das dem Staat gehört. Es wird an die Bauern verpachtet. Derzeit umsonst – und es gibt noch Subventionen dazu, da der industrielle Aufstieg Chinas die Bauern zurücklässt und die konjunkturbedingt steigenden Preise ihre Lage schwierig machen. Die Bauern versuchen sich in moderneren Anbaumethoden – nicht immer mit dem gewünschten Erfolg.

Versalzenes Land.
Eine Stromleitung führt
zum Horizont.

    Busfahrt Datong – Foguang-Tempel, vormittags

 

Schafe zwischen
grünenden Bäumen. Ein Hirte,
gestützt auf den Stock.

 

Immer wieder kommen wir an Abschnitten der Großen Mauer vorbei.

Terrassenfelder.
Die Große Mauer verschmilzt
mit dem Berggrat.

 

„Wir werden genau überwacht“, sagt eine Frau, nachdem wir von der Polizei angehalten und nach Durchgang eines Beamten ermahnt worden sind, uns anzuschnallen. Ob sie das in Deutschland auch gesagt hätte? Sie war Staatsbeamtin. Die Überwachung der ganzen Welt, auch der eigenen Völker, durch westliche Geheimdienste wird erst in einigen Monaten bekannt werden.

Die Straßen hinter den Busscheiben sind in schlechtem Zustand. Alles wirkt ärmlich. Wasser ist kaum zu sehen. Streckenweise durchfahren wir von Bewässungsversuchen versalzenes Land. Es ist sehr dunstig.

 

Schmutzige Hände
der Feldarbeit. Der Reisebus
spendet Staub.

 

Wir fahren südwärts.

Auf dem Land sind fast keine Traktoren zu sehen, nur einzelne Menschen, ab und zu ein Esel. Kleine Schafherden mit Hirten weiden zwischen den Bäumen. Kühe sind selten.

An Maisstoppeln hängt zerfetzte Plastikfolie, auch in Büschen, Bäumen und an Erdschollen.

Schriftzeichen an den Mauern der Dörfer zeigen die Wende der Zeit. Da sind noch Parolen von früher, oft über Sauberkeit, vor allem über die Ein-Kind-Familie. Daneben glänzen die Zeichen des Neuen: Kommerz.

Je länger wir fahren, umso weiter ist der Frühling mit den Bäumen. Am Ende des Tages werden viele im ersten Grün stehen. Das Gras aber bleibt noch gelb.

Die Fahrt zieht sich hin. Wir erfahren, dass die Provinzregierung nach einem schweren Unfall für Busse und Laster eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 Kilometer pro Stunde eingeführt hat und streng kontrolliert. Unser Fahrer ist schon drei Mal geblitzt worden. Ein weiteres Mal und er verliert seinen Führerschein.

Wir haben Verständnis. Die Fahrt ist trotzdem sehr lang.

 

Der Foguang-Tempel im Kreis Wutai ist ein schöner Platz. Er stammt wie die Yungang-Grotten, die wir gestern besuchten, aus der Zeit der Nördlichen Wei-Dynastie (die Jahre 385 bis 535 nach unserer Zeitrechnung). Die Haupthalle soll im Jahr 857 während der Tang-Dynastie errichtet worden sein.

Das Kloster liegt, wie das ganze Land, im Dunst. Die große Halle ist das zweitälteste Gebäude auf dem Gelände. Älter ist nur noch der Friedhof.

In der Halle darf nicht fotografiert werden, drei Buddhas und andere Statuen würde es nicht stören. Die Statuen haben offensichtlich reale Mönche des Klosters zum Vorbild.

 

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Foguang-Tempel im Kreis Wutai, Shanxi

 

Hohe Schwellen an den Eingängen von Klöstern sollen „die Welt“ zurückhalten. Doch sie pfeift wie der Wind durch jede Ritze, die es gibt.

Wind in den Kiefern.
Auch im Kloster die Schwellen
zur Welt ...

    Foguang-Tempel, mittags

 

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Plumps-Clo Foguang-Tempel im Kreis Wutai, Shanxi

 

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Besen Foguang-Tempel im Kreis Wutai, Shanxi

 

Der Nanchan-Tempel liegt gleichfalls im Kreis Wutai der Provinz Shanxi. Die Haupthalle (auch hier Fotografieverbot) soll im Jahr 782 nach unserer Zeitrechnung errichtet worden sein, ist also Jahrzehnte älter als die Halle des Foguang-Tempels. Sie enthält einen Buddha und mehrere andere Figuren. Ein Großteil des Tempels wurde in Kriegen zerstört, der Tempel ist heute kleiner als früher.

 

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Nanchan-Tempel im Kreis Wutai, Shanxi

 

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Höhlenwohnung am Nanchan-Tempel, Shanxi

 

Einige Teilnehmer der Reisegruppe sind erkältet. Deshalb machen wir vor dem Abendessen in Taiyuan einen Abstecher: Die Region ist für ihren Essig berühmt, wir besichtigen die letzte traditionelle Essigfabrik. Der Essiggeruch sei heilsam, die Arbeiter hier würden nie krank. Uns wird er leider nicht helfen.

 

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Essigfabrik in Taiyuan, Shanxi

 

 

Tag 5 – Jinci-Tempel, Pingyao

 

Die Jinci-Tempelanlage befindet sich in einem Vorort der Industriestadt Taiyuan in der Provinz Shanxi. Taiyuan liegt am Fen He, einem Nebenstrom des Gelben Flusses, und hat etwa 3,6 Millionen Einwohner. Hier wird Kohle verarbeitet, werden Eisen, Edelstahl und Aluminium erzeugt.

Die Anfänge der Jinci-Tempelanlage sind uralt. In der westlichen Zhou Dynastie (11. Jahrhundert bis das Jahr 711 vor unserer Zeitrechnung) schenkte ein König seinem jüngeren Bruder eine Provinz des Reichs. Der brachte Land und Familie zum Blühen. Seine Nachfahren erbauten den Tempel für ihn, in dem wir nun stehen.

Schriftlich erwähnt wurde die Anlage erst in der Nördlichen Wei-Dynastie (zwischen den Jahren 466 und 572 nach unserer Zeitrechnung). Die heutige, mehrmals stark erweiterte Anlage, besteht aus mehr als 100 Gebäuden. Auch einige sehr alte Bäume sind hier zu Hause.

 

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Jinci-Tempel in Taiyuan

 

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Statue der Flussgottheit im Jinci-Tempel, Taiyuan

 

Straße nach Pingyao.
Schnurgerade
grünen die Weiden.

    Busfahrt Jinci-Tempel – Pingyao, mittags

 

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Busfahrt Taiyuan ヨ Pingyao

 

Etwa 80  Kilometer südwestlich von Taiyuan  liegt das Städtchen Pingyao  (42.000 Einwohner). Menschen siedelten hier seit der Altsteinzeit. Die Geschichte der Stadt lässt sich mindestens bis ins 8. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung zurückverfolgen.

Einst war Pingyao eine wichtige Handelsstadt. Hier wurde die erste Bank Chinas gegründet. Heute ist sie ein Museum. Später verarmte Pingyao so sehr, dass die Menschen sich eine Renovierung nicht leisten konnten und die ganze Stadt auf dem Stand der Mingzeit (die Jahre 1368  bis  1644 nach unserer Zeitrechnung) verblieb. Sie gilt als Museumsstadt und lockt damit viele Besucher an.

Auswärtige Autos dürfen die gewaltige Stadtmauer nicht passieren. Wir verlassen also den Reisebus und fahren auf Elektrowagen durch die engen Gassen des Städtchens zum historisch anmutenden Hotel.

 

Museumsstadt –
alte Männer in Schwarz
beim Kartenspiel.

    Pingyao, nachmittags

 

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Straße in Pingyao

 

Ich gebe zu, nicht ganz zu verstehen, was Menschen an Gewalt fasziniert. Wieso also sollte ich verstehen, dass sich unser Stadtführer besonders lange mit dem Gefängnis und der Ausstellung von Folterinstrumenten aufhält? Während sich die Mitreisenden Martermethoden erklären lassen, schreibe ich Haiku.

 

Im alten Gefängnishof
Mandelblüten
und Schmetterlinge.

 

Gefängnishof.
Die scharfe Trennung zwischen
Dachfirst und Himmel.

 

Erste Bank Chinas.
Neben dem Schalter
der Opiumraum.

    Pingyao, in der ersten chinesischen Bank, abends

 

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Erste Bank, Pingyao

 

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Straße in Pingyao

 

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Hotel-Lampen in Pingyao

 

Vollmond über Pingyao.
Die Lichter der Geschäfte
verblassen.

 

 

Tag 6 – Familienburg der Wang, Hukou-Wasserfall des Gelben Flusses

 

Etwa 35 Kilometer südwestlich von Pingyao liegt das Städtchen Jingshen. Dort hat sich die Wohnanlage der Familie Wang erhalten, eine Stadt an der Stadt, mit eigenen Mauern.

Die Wang waren eine der bedeutendsten Familien der Qing Dynastie in Shanxi und erbauten zwischen den Jahren 1762 und 1811 diesen Wohnsitz. Heute ist die Anlage von 150.000 Quadratmetern und mehreren hundert Höfen und Häusern ein Museum.

 

Verlassene Burg.
Die Taube blieb, gurrt
in blaue Himmel.

    Familienburg Wang, vormittags

 

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Familienwohnsitz Wang, Kreis Lingshi, Shanxi

 

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Zimmer im Familienwohnsitz Wang, Kreis Lingshi, Shanxi

 

Tischmanieren.
Der Schnabel des Huhns ragt
aus der Suppe.

    Esslokal Nähe Familienburg Wang, mittags

 

Nach dem Mittagessen in einem rustikalen Lokal fahren wir weiter, zum Hukou-Wasserfall des Gelben Flusses.

 

Der Hukou-Wasserfall liegt am Mittellauf des Gelben Flusses. Von der Wang-Familienanlage bis hierher fuhren wir fast 240 Kilometer südwestlich. Wir besuchen das Ufer des Flusses in der Provinz Shanxi, das andere Ufer liegt bereits in der Provinz Shaanxi.

Das Flussbett wirkt leer und wenig einladend. Als wir über einen Steg zum Wasserfall kommen, sind wir umso überraschter. 30 Meter stürzen die gelbbraunen Fluten in die Tiefe. Die Farbe des Wassers und die Felsen geben dem reißenden und stürzenden Fluss etwas gleichzeitig Überwirkliches und überzeichnet Irdisch-Reales.

Bei der Flut im Sommer kann die Durchflussmenge 8.000 Kubikmeter in der Sekunde betragen, jetzt, Ende März, sind es erheblich weniger. Der Rheinfall in Schaffhausen, der größte Wasserfall Europas, fällt 23 Meter und hat als bisher höchste gemessene Durchflussmenge 1.250 Kubikmeter in der Sekunde aufgewiesen, im Mittel sind es dort 373 Kubikmeter.

 

Goldenes Wasser
des Lebens, sein Donnern,
Stürzen ...

    Hukou-Wasserfall des Gelben Flusses, abends

 

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Gelber Fluss, Hukou-Wasserfall, Shanxi

 

 

Tag 7 – Dangjia cun, Xi'an

 

Nach schwerer Nacht:
Im Fenster über dem Gelben Fluss
schwebt der Vollmond.

    Hotelzimmer Hukou-Wasserfall des Gelben Flusses, früh morgens

 

Fahrt durch die Lössberge

Wir fahren durch Dunst,
Höhlenwohnungen bleiben zurück.
Ein Weizenfeld, abgeernteter Mais.
Die Sonne ist hier, der Regen
ist spärlich geworden. Doch Bäume beblühen
den Hang. Von der Straße zweigt ein Weg
in den schwebenden Staub.

Wo in der Welt unsere Seele wohnt?
Vielleicht ist sie hinter dem Smog
des Lebens verborgen. Vielleicht
gibt es sie nicht. Vielleicht ist sie
ein verborgenes Wasser im Berg.
Die Brunnen erreichen sie
kaum.

 

Weite Ebene.
Zwischen verlassenen Fabriken
sprießt Weizen.

 

Vom Hukou-Wasserfall fahren wir südwestlich in Richtung der alten Kaiserstadt Xi'an. Es ist eine lange Fahrt. Nach fast 250 Kilometern – 210 Kilometer noch vor uns – halten wir bei Dangjia cun, das heißt Dorf der Dang. In einer Talmulde leben etwa 1.400 Menschen.

Im Jahre 1332 siedelte hier, anderswo von einer Hungersnot vertrieben, die Familie Dang. Jahrhunderte später kam die Familie Jia dazu (das „Jia“ im Dorfnamen bezieht sich aber nicht auf sie). 60% der Dorfbewohner tragen den Namen Dang, 30% den Namen Jia.

Schon wenige Jahrzehnte nach ihrer Ankunft waren die Dang als Kaufleute bekannt – und berühmt als Gelehrte und Lehrer.

Bei unserem Besuch sind die engen Straßen aufgerissen, Kabel für den Netzempfang sollen verlegt werden. Wir besichtigen einige Höfe und einen der beiden Familientempel des Dorfs. Wir erfahren, dass die Elster in China als Glückstier gilt und dass sowohl Phönix als auch Kranich für ein langes Leben stehen.

Besonders interessant finden wir einen Ofen zur öffentlichen Verbrennung von Büchern. Anders als bei uns, ist eine solche Verbrennung hier ehrend gedacht. Unnütz gewordene Bücher sollen nicht einfach weggeworfen im Schmutz landen, sondern durch das Feuer dem Himmel zurückgegeben werden.

Vor einer Kalligrafie in der Hauptgasse lauschen wir ihrer Geschichte: Einer der Gelehrten des Dorfes spielte einst mit der Mutter des letzten Kaisers Schach und erzählte ihr dabei von „seinem“ Dorf. Sie schenkte ihm darauf diese Kalligraphie, die „Glück“ bedeutet. Die Schreibweise ist einem Kranich nachempfunden.

 

Geschnittenen Bärlauch im Arm
kommt sie,
lächelt den Fremden zu.

    Fußweg zum Dang-Jia-Dorf, mittags

 

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Dang-Jia-Dorf, Shaanxi

 

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Bücherverbrennungsstelle im Dang-Jia-Dorf, Shaanxi

 

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Glücks-Kalligrafie, Dang-Jia-Dorf

 

Unkraut jäten –
im Meer des Weizens
ein einzelner Bauer.

 

Unkraut jäten –
die Hände des Bauern verschwinden
im Weizengrün.

 

Wir passieren blühende Apfelbäume und endlose Weizenfelder im ersten Grün. Vor Xi'an wird der allgegenwärtige Dunst dichter. Während auf der Fahrt durch das Land Trockenheit und aufgewirbelter Staub für ihn verantwortlich gemacht werden, ist es jetzt eindeutig Smog.

Wir haben ein Zimmer im 8. Stock, wie in den meisten Hotels unserer Reise mit Netzzugang. Im Reisebus geht ein Virus umher; nun hat es auch mich erwischt.

 

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Hotel-Ausblick Xi'an

 

 

Tag 8 – Xi'an, Terrakotta-Armee

 

Xi'an ist Hauptstadt der Provinz Shaanxi. Die eigentliche Stadt hat 4 Millionen Einwohner, die Metropole über 8 Millionen. Xi'an war die erste Hauptstadt Chinas, auch später, unter dem Namen Chang'an, immer wieder Hauptstadt – und ein Ausgangspunkt der Seidenstraße. Die fast vollständig erhaltene Stadtmauer ist 13,6 Kilometer lang, bis zu 18 Meter breit und 12 Meter hoch.

Etwa 36 Kilometer nordöstlich von Xi'an stießen im Jahre 1974 Landarbeiter beim Graben eines Brunnens auf historische Überreste. Die folgenden Ausgrabungen förderten erst die Terrakotta-Armee und später immer neue Einzelheiten der Grabstätte von Qín Shihuángdì, des ersten Kaisers Chinas, zu Tage (geboren im Jahr 259, gestorben 210 vor Beginn unserer Zeitrechnung). Den eigentlichen Grabhügel sehen wir nur aus der Ferne. Er ist noch immer unangetastet und nicht zu besichtigen. Die Terrakotta-Armee, die den Kaiser im Jenseits schützen sollte,  scheint nur ein kleiner Bestandteil der Grabbeigaben in den Gruben um das Mausoleum zu sein.

 

Wir fahren zum Grab
des ersten Kaisers, passieren
Gräber.

    Busfahrt Xi'an – Ausgrabungsstätte Terrakotta-Armee, morgens

 

Saal der Pferdegespanne –
Gewimmel
von Unberittenen.

    bei Xi'an, Ausgrabungsstätte Terrakotta-Armee, Halle der Pferdegespanne, vormittags

 

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Hoher Wagen, Ausstellungshalle Bronzegespanne bei Xi'an

 

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Angenehmer Wagen, Ausstellungshalle Bronzegespanne bei Xi'an

 

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Hauptgrube der Terrakotta-Armee bei Xi'an

 

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Hauptgrube der Terrakotta-Armee bei Xi'an

 

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Hauptgrube der Terrakotta-Armee bei Xi'an

 

Terrakotta-Krieger.
Die Mienen erstarrt, hinein
in die Zeit.

    bei Xi'an, Ausgrabungsstätte Terrakotta-Armee, Halle 1, vormittags

 

Terrakotta-Krieger.
Nach der Parade die müden Füße
der Gäste.

Am Bücherstand sitzt ein Mann und signiert. Es ist einer der Entdecker der ersten Statue.

 

Zurück in Xi'an. Die hintere Wand der Kaufhalle verschwimmt im Dunst.

Andenken suchen.
Den Smog
will niemand.

    Xi'an, Kaufhaus am Mittags-Restaurant, nachmittags

 

Stau in Xi'an.
Die Kräne tragen das Gelb
des Kaisers.

Die Farbe Gelb war im alten China dem Kaiser vorbehalten. Der Fortschritt scheint an seine Stelle getreten.

    Xi'an, Busfahrt Mittags-Restaurant – Altstadt, nachmittags

 

Die Große Moschee von Xi'an wurde vor etwa 1250 Jahren während der Tang-Zeit erbaut und wird noch heute von den zahlreichen Muslimen der Stadt genutzt. Sie ist für Besucher zugänglich. Die Architektur ist chinesisch. Im muslimischen Viertel bei der Moschee befinden sich Bazars und eine große Einkaufstraße.

 

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Große Moschee, Xi'an

 

Chinesische Marktstraße –
wir feilschen
um Träume.

 

Chinesische Kaufgasse –
hinter den Waren
Gesichter.

Ich sitze nach Besichtigung der Moschee im Abenddämmern auf einem Steinquader und schaue ins Einkaufswimmeln.

 

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Einkaufstraße bei der Großen Moschee, Xi'an

 

 

Zu Teil 2 (die Tage 9 bis 16)

 

 

Impressum

Texte, Fotos und Gestaltung: Volker Friebel
Alle Rechte vorbehalten
Eine erweiterte Fassung erschien als eBuch
ISBN: 978-3-936487-61-9 (eBuch, epub-Version)

 

 


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